RU-Tag 18.3.2010 – I: Der Religionsunterricht an der Schwelle des nächsten Jahrzehnts?
Die Gesamtmitarbeitervertretung lädt zum 6. RU-Tag ein. Das Thema weist in die Zukunft: Wie geht es mit dem Religionsunterricht weiter? Wie sehen die Konzepte und Überlegungen unseres Arbeitgebers aus? Beim letzten RU-Tag vor zwei Jahren ging es um das Perspektivpapier der Landeskirche „Salz der Erde“. Wir erinnern uns: Das Volksbegehren „Pro Reli“ hatte noch nicht begonnen. Der Ausgang war nicht abzusehen. Beim RU-Tag wurde im Redebeitrag unserer GMAV zu den Erwartungen an den Arbeitgeber Landeskirche u.a. ausgeführt:
„Sie kann uns nicht eigenständig die Rahmenbedingungen so verändern, dass wir beinahe wie ‚ein normales Fach’ behandelt werden. Sie kann auch die Säkularisierung nicht zurückschrauben oder dafür Sorge tragen, dass es weniger religionsfeindliche Schulleitungen gibt. Sie kann aber Sorge dafür tragen, wie es mit dem RU weiter geht, wenn das Volksbegehren zum Wahlpflichtbereich nicht zu einer Veränderung der Senatspolitik führen sollte. Wie soll es dann weiter gehen, wie sieht der Plan B aus?“
Der Volksentscheid ist vorbei und der Wahlpflichtbereich gescheitert. Bislang kennen wir keinen Plan B, aber auch keinen Plan A oder C aus dem Konsistorium. Es sollen aber ein 12- bzw. 15 Punkte umfassendes Konzeptpapier existieren, das nicht veröffentlicht ist. Vielleicht ist ja dieser RU-Tag eine Möglichkeit, mehr darüber zu erfahren. Schließlich haben alle Pläne des Konsistoriums Auswirkungen für die RU-Kolleginnen und Kollegen und sie sollten davon nicht als letzte erfahren.
Wir sind der Gesamtmitarbeitervertretung sehr dankbar, dass sie mit der Broschüre „Der Berliner Religionsunterricht an der Schwelle des nächsten Jahrzehnts“ Überlegungen vorgestellt hat, um den nötigen Prozess zur Weiterentwicklung des RU zu befördern. Diese Überlegungen sind ausbaufähig. Und auf diesem RU-Tag haben wir die Chance, nicht nur unsere Meinung dazu zu formulieren, sondern an der Entwicklung eines zukunftsfähigen RU mitzuwirken. Wesentlich wird dann sein, dass diese Impulse in die Konvente, die kirchlichen Verwaltungen und die kirchenleitenden Gremien ausstrahlen.
Ausstrahlen muss auch unsere Verantwortung für den Nachwuchs unseres Arbeitsbereiches. Dass derzeit nur noch befristet eingestellt wird, erhöht nicht die Attraktivität des Dienstes für junge Menschen. Warum sollte jemand acht Semester eine derart spezielle Ausbildung absolvieren, mit der Aussicht mindestens zu Beginn nur befristet eingestellt zu werden. Und wenn der Trend dann weitergeht, dass für Neueinsteiger nur reduzierte Stellen im Angebot sind, können wir abwarten, wann die ersten Religionslehrkräfte zusätzliche Unterstützung der Arbeitsagentur und anderer Ämter in Anspruch nehmen müssen. Das muss sich schleunigst ändern und da sehen wir unsere evangelische Kirche gefordert.
