RU-Tag 18.3.2010 – II: Welchen RU bekommt die Profilschule?
Die Idee von „Evangelischen Profilschulen (EPS)“ wurde im Jahre 2001 von Frau Prof. Dr. Thol-Hauke in einer Ausarbeitung zum Evangelischen Religionsunterricht im Ostteil von Berlin angedacht und beschrieben. Die „EPS“ war von ihr für den RU in Brandenburg konzipiert, damit die Religionslehrerinnen/-lehrer dort nicht Unterricht mit kleinen Gruppen an mehreren Schulen halten müssen, sondern den Eltern eine Schule empfohlen werden kann, in der verlässlicher RU erteilt wird.
Nun wurde diese Idee für Berlin vom Konsistorium wiederbelebt.
Aber wann ist eine Schule eine Profilschule?
Dafür wurden u.a: folgende Punkte im Konzept1 genannt:
- Für die „Stabilisierung des Religionsunterrichts in Berlin ist eine stärkere öffentliche Profilierung des Religionsunterrichtes hilfreich, wenn nicht sogar notwendig.
- Ziel der Profilschulbildung „Religion“ ist es, vor allem Eltern aufmerksam zu machen, die auf ein verlässliches RU-Angebot für ihre Kinder Wert legen.
- Merkmal einer Profilschule ist also zunächst ein stabiles zweistündiges RU-Angebot, das, wie auch immer gestaltet, Erweiterungen in Kooperation und Projekten erfährt.
Die drei Punkte beschreiben allerdings Religionsunterricht, Eltern-, Projekt-, Theaterarbeit und fächerübergreifenden Unterricht usw. wie er von den RU-Lehrerinnen/-lehrern an jeder Schule jetzt schon durchgeführt wird.
Somit stellt sich die Frage: Warum dann Profilschulen? Was könnte konkret mit diesem Konzept gemeint sein?
Mit dem „Profilschulen-Konzept“ möchte man „RU-Leuchttürme“ in allen Bezirken schaffen. Über die Gemeinde, die Kitas, die Vereine usw. wird mitgeteilt, dass an dieser Schule verlässlicher Ev. RU erteilt und die Schulleitung den Antrag – bei Anmeldung des Kindes zum RU – für die Einschulung des Kindes vorrangig berücksichtigen wird. Für einige Schulleitungen ist die „RU-Leuchturm-Idee“ sinnvoll, um notwendige Schülerzahlen zum Erhalt der Schule aufzuweisen!
Welche Aufgaben sollen die Religionslehrerinnen/-lehrer wahrnehmen? Die Profil-Schule mit RU muss mehr vom RU haben als nur den klassischen Unterricht. Der RU muss also anders und ggfs.auch mehr als 2 UWSTd. wöchentlich erteilt werden. Hierzu gehören u.a.
- Gestaltung schulspezifischer Projekte, wie z.B. Schulfeste, Jahresgestaltung, Konfliktmanagement.
- z.B. Elternabende in der Schule und Kita, Projekte in der Nachbarschaft (Einbindung in den Kiez), Internetpräsenz, Artikel in regionaler Presse,
- Prävention im Blick auf Konflikte und Gewalt,
- an der Ich-Stärkung der Schüler z. B. in seelsorgerlichen Gesprächen mitzuwirken oder über Drogen aufzuklären.
Entsprechende Weiterbildungen sollen für die RU-Lehrerinnen/-lehrer angeboten werden!
Zur personellen und materiellen Ausstattung der „RU-Profil-Schulen“ schweigt das Konzeptiospapier. Gibt es neue Unterrichtsmaterialien? An welche Erhöhung der Materialkosten pro Kind ist gedacht? Stehen künftig zei Religionslehrinnen/-lehrer bei SAPH-Klassen zur Verfügung und stellt die ARU ausreichend Vertretungslehrerinnen/-lehrer bei krankheitsbedingten Ausfällen um den „verlässliche Unterricht“ sicherzustellen? Gerade diese Frage wird für die Schulen entscheidend sein.
1 Pro-Profi-Profil-Profilschulen – Unterlagen für die Schulen und Religionslehrer – Stand Januar 2010. Die folgenden Infos stammen v.a. aus diesem Papier.
